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Vier Ämtler Künstlerinnen an neuem Ausstellungsort in Affoltern

Holzschnitte, Kohlezeichnungen, Keramik und Schmuck

Nachdem - bedingt durch den Neubau des Gemeindezentrum Kasino - die Galerie am Märtplatz weichen musste - haben die Verantwortlichen von "Kultur in Affoltern" (KiA) neue Ausstellungsmöglichkeiten gesucht und gefunden!

Von Ernst Schlatter


"unterwegs" - so der Untertitel der letzten Ausstellungen von "KiA". Unterwegs in den Schaufenstern von Geschäften an der oberen Bahnhofstrasse waren die letzten Ausstellungen anzutreffen. Nun hat sich für kurze Zeit ein neuer Standort gefunden. Myrtha Moser, Mitglied von "Kultur in Affoltern" erläuterte in ihrer kurzen Begrüssung die glückliche Fügung: Das ehemalige Schuhgeschäft "Vögele" in der Überbauung Alte Post am Fabrikweg 11 (hinter dem Parkplatz bei der Migros) konnte zu einem weit unter dem Markwert liegenden Preis gemietet werden - allerdings vorerst nur für einen Monat.

Heller, grosszügiger Ausstellungsraum

In diesem grossflächigen Raum fand am vergangenen Freitagabend die erste Vernissage mit Werken von Katharina Proch, Obfelden mit Holzschnitten, Karin Schneebeli, Ottenbach mit Kohlezeichnungen, Doris Zumsteg, Arni mit Keramikarbeiten und Erika Meier-Schmid, Bonstetten mit Schmuck statt.
Der helle, hohe Raum - geschickt mit einigen Stellwänden unterteilt - bietet den vier Kunstschaffenden eine ideale Ausstellungsfläche, welche sie auch optimal genutzt haben: Keine überladende Ansammlung von möglichst vielen Objekten oder Bildern, sondern eine sorgfältige Werkauswahl präsentieren die vier Künstlerinnen.

Holzschnitte mit starker Ausstrahlung

Katharina Pochs Bildsprache ihrer Holzschnitte ist klar umrissen und durch den Prozess des Schneidens nachvollziehbar, kraftvoll durchgestaltet in Form und Farbe. Flächen und Linien werden verbunden und entwickeln eine Eigendynamik: Schwarz-Weiss-Kontraste aber auch in warmen Farben vermitteln den Ausdruck glücklicher Momente. Ihre Bilder beinhalten eine Botschaft, die vielleicht auf die Kurzformel: "Der Mensch im Netz der Beziehungen" gebracht werden könnte.

Kohlezeichnungen mit aussagestarken Gesichtsausschnitten

Karin Schneebeli - seit dem Jahr 2001 wieder zurück aus New York in Ottenbach und seit dann freischaffend - zeigt in ihren Kohlezeichnungen, was sie an Menschen (und Tieren) besonders prägend wahrnimmt: Mit dem Ausschnitt der Augen möchte sie die Persönlichkeit wiedergeben. Es sind hauptsächlich Portraits von Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten und auch einiger Katzen! Mit wenigen einfachen und traditionellen Werkzeugen (einem Blatt Papier, einem Stück Kohle und einem Radiergummi) gelingt ihr die Verbindung mit modernen Ideen. Ihre Werke lösen beim Betrachter Gefühle aus, ohne dass sie mit irgendwelchen Tricks Sensationen sucht.

Schmuckstücke in naturnaher Umgebung
Erika Meier-Schmid zeigt Schmuckstücke oder auch kleine Installationen, bei denen sie die Schmuckstücke oft in Naturmaterialien (Wurzelstücke, Bambusrohre, feine Flechten) integriert.
So kommen beim Streifen durch die Natur oder aus den Ferien immer wieder "Mitbringsel" in ihr Atelier, welche sie dann später verarbeitet. Als Kontrast und Ergänzung zu ihren Arbeiten mit Glas und Art Clay greift sie auch auf zwei alte Techniken zurück: Sie arbeitet mit gestricktem oder granuliertem Gold und Silber und erreicht so faszinierende Kombinationen.

Spiel mit dem Feuer

Doris Zumsteg arbeitet seit mehr als 16 Jahren mit Ton. Seit gut sieben Jahren ist sie von der Raku-Technik, welche sie bei Hansjörg Zulauf gelernt hatte, fasziniert: dem Zusammenspiel der vier Elemente (Erde, Feuer, Luft und Wasser). Das Erleben und Begleiten des Prozesses von der rohen, feuchten Erde bis zum fertigen Werk sind für sie immer wieder beglückend. Ihre Objekte, welche auch als Installationen gesehen werden können, drücken denn auch eine starke prägende Kraft aus.

Ausstellung offen bis Sonntag, 28. November

Die Ausstellung ist noch wie folgt geöffnet bis Sonntag, 28. November:
Jeweils Donnerstag und Freitag von 16 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr.
Am Freitag, 3. Dezember um 18 bis 21 Uhr erfolgt die nächste Vernissage: Die Werke von Katharina Proch und Karin Schneebeli bleiben, dazu kommen Arbeiten von Selma Berger mit Filz und Silvia Falett mit Gewebe.

Bilder:

1 Die vier ausstellenden Künstlerinnen: Von links: Karin Schneebeli, Erika Meier-Schmid, Doris Zumsteg und Katharina Proch. (Bild eschla)
2 Myrtha Moser von "Kultur in Affoltern" begrüsst die Vernissage-Gäste im neuen Ausstellungsraum am Fabrikweg 11 in Affoltern. (Bild eschla)